Die Geschichte von Väterchen Frost – Weihnachten in Russland

Auch in Russland spielt das Weihnachtsfest eine wichtige Rolle. Wer zu dieser Jahreszeit jedoch den Weihnachtsmann mit seinen Rentieren erwartet, muss sich sehr lang in Geduld üben, denn bis heute ist es in Russland Väterchen Frost, der die Geschenke bringt. Bekannt als Ded Moros bringt er gemeinsam mit seiner Tochter Snegurotschka den Kindern im Land die Geschenke. Väterchen Frost ist eine uralte russische Tradition, die nahezu unberührt und unverändert bis heute in dem osteuropäischen Land erhalten werden konnte. Glaubt man der jahrhundertealten Legende, kommt Väterchen Frost gemeinsam mit seinem Schneeflöckchen, Snegurotschka, auf einer russischen Troika, die von drei Pferden durch das Land gezogen wird, zu den Familien und bringt den Kindern Russlands die Geschenke.
Die russische Weihnacht
In Russland feiert man Weihnachten am 7. Januar. Nach dem alten Julianischen Kalender entspricht dies dem 25. Dezember. Über Jahrzehnte hinweg wurde das Weihnachtsfest in Russland durch die Kommunisten unterdrückt. Erst seit dem Jahr 1992 erlebt es allmählich eine Wiedergeburt und auch die Traditionen der russischen Weihnacht kehren in die Häuser der Familien ein. Der Mittelpunkt wird bei dem gesamten Fest durch das Heilige Mahl gebildet. Es wird am Heiligabend gereicht und besteht aus zwölf verschiedenen, jedoch landestypischen Gerichten. Jedes Gericht steht hierbei für einen der 12 Apostel von Jesus. Zahlreiche Weihnachtstraditionen, die man bis heute in Russland findet, stammen aus der Zeit von Peter dem Großen aus dem 17. Jahrhundert. So findet man zur Weihnachtszeit auch in diesem Land einen Weihnachtsbaum.
Während der kommunistischen Zeit verlegten die Einheimischen zahlreiche Bräuche an den Neujahrstag. So musste auch Väterchen Frost gemeinsam mit seinem Schneemädchen diesen Tag für die Verteilung der Geschenke nutzen. Nur durch die zeitliche Verlagerung gelang es den Menschen zahlreiche russische Weihnachtstraditionen über Jahre hinweg am Leben zu erhalten. In Russland war es bereits seit dem Jahr 1917 infolge der Oktober Revolution verboten, Weihnachten zu feiern. Erst 1991 wurde der 7. Januar als Fest der Erscheinung des Herrn und somit als Weihnachtsfest zum Feiertag erklärt. Den Überlieferungen zufolge wurde Gott an einem siebten Januar zum Menschen.
Der Heiligabend in Russland
Auch in Russland gibt es den Heiligen Abend. Er wird am 6. Januar, also genau einen Tag vor Weihnachten gefeiert und wird von den Einheimischen als Solchenik oder auch Koljadki bezeichnet. Bis heute endet in Altrussland am Heiligabend die strenge Fastenzeit, die sich über vierzig Tage erstreckt. Der Mittelpunkt von dem Heiligabend wird durch einen imposanten Gottesdienst gebildet, der sich über mehrere Stunden erstreckt. Der Gottesdienst wird hierbei mit zahlreichen Liedern und beeindruckenden Lichter-Prozessionen gefüllt. Nach dem Gottesdienst trifft sich die Familie an einer reich gedeckten Tafel. Zu Weihnachten wird in Russland kein Fleisch gereicht. Das traditionelle Essen ist die Kutja, die in einigen Landesteilen aus als Sochivo bekannt ist. Die gekochte Speise besteht aus Mandeln, Honig, Getreide und Mohn und wird in einer großen Schüssel serviert. Üblicherweise ist die gesamte Familie aus dieser Schüssel. Kutja symbolisiert nach alter russischer Tradition Ruhe und Unsterblichkeit.
Mittlerweile wird der russische Gottesdienst, der am Heiligabend stattfindet, auch im Fernsehen übertragen. Zudem nehmen seit 1992 auch zahlreiche russische Politiker an der Messe teil.
